Die 40.000 Dollar Story

Die 40.000 Dollar Story

Die 40.000 Dollar Story

Ich wollte heute über etwas ganz anderes reden.

Aber er hat mir einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Er, das ist Elon Musk.

 

Und ich bin dankbar dafür, für den Strich durch die Rechnung.

Denn so plakativ wie er, das kriege ich nicht hin.

Danke also, Elon.

Cybertruck von Tesla

Hier ist die Story:

Elon Musk hat also seinen Cyber-Truck vorgestellt.
Einen Elektro-Pick-up mit .. sagen wir etwas eigenwilligem Design.
In einer … ungewöhnlichen Präsentation.

Hier sind 3 Dinge, die wir vielleicht daraus lernen und mitnehmen können.

#1

Verkaufe Emotionen, kein Zeug

Das Ding ist hässlich.

Zumindest ist die überwiegende Mehrheit der Menschen dieser Meinung. Zu der ich auch gehöre.

Und die Börsenanalysten ebenso. Sie befürchten, dass das Design des Cybertrucks bei den meisten Menschen nicht ankommt – und daher ist die Aktie gleich ein paar Prozent abgestürzt.

 

Natürlich kommt das Design bei den meisten Menschen nicht an.

 

Dazu ist es nicht gemacht.

Glaubt jemand wirklich, dass sich Tesla keine Designer leisten kann, die „schöne“ Autos entwickeln können? Designer, die verstehen, was die meisten Menschen mögen? Natürlich könnten sie das. Machen sie aber nicht. Denn: 

 

Das Design des Cybertrucks ist perfekt.

 

Es ist perfekt, um anzuecken. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Es ist nicht dafür designed, um dem Auge der meisten Menschen zu schmeicheln.

 

Sondern, es ist dazu da, damit die, die einen Cyber-Truck fahren, allen anderen eine Botschaft senden können: Ich bin nicht wie Du.

 

Denn am Ende kaufen viele ein Auto, weil es eben auch etwas über sie aussagt: 


„Ich bin ein praktisch denkender, rationaler Mensch. Deswegen kaufe ich ein vernünftiges Auto, z.B. einen Toyota.“ oder

„Ich bin ein sportlicher Fahrer, ich mag es gerne rasant. Deswegen kaufe ich mir einen BMW.“

„Ich habe Geschmack, ich bin nicht leicht zufrieden zu stellen. Deswegen kaufe ich mir einen Alfa Romeo.“

„Ich habe es zu etwas gebracht, auf das ich stolz bin. Ein Auto, das das für mich repräsentiert ist ein Mercedes.“

„Ich bin eine fröhliche Person, die Spaß mag. Deswegen kaufe ich mir einen Mini.“

Und der Cyber-Truck? 

Der erzählt eine ganz neue Geschichte:

  • Ich bin anders. Was für alle gut ist, ist für mich nichts. Ich lebe „on the edge“. Ich bin ein Löwe in einer Herde von Schafen. Und dieses Ding ist mein Symbol.
  • Ich gehöre zur Avantgarde. Ich gehöre zu denen, die wissen, dass blöde Kommentare von anderen in Wahrheit Anerkennung ist. Anerkennung für meinen Mut, herauszustechen. Ich weiß, dass sie in Wahrheit still hoffen, dass ich sie frage, ob sie nicht eine Runde mitfahren wollen.
  • Ich bin jemand, der gerne die Straße runter fährt in einer Kiste, die aussieht wie das Cockpit eines Kampfjets. Und mich so ein wenig zu jemandem macht, der Kampfjets fliegt.
  • Ich gehöre zu denen, die eine sofortige Verbindung zu allen haben wollen, die auch so ein Auto fahren. Wenn ich mir vorstelle, dass ich einen Unbekannten treffe, der auch dieses Auto fährt, halten wir sofort an, gehen aufeinander zu und wir machen einen high-five.

Und diese Geschichte, diese Emotionen, diesen Status, diese Anerkennung, diese Verbundenheit – die gibt es jetzt zu kaufen.

 

Für nur 40.000 Dollar.

Was für ein Schnäppchen!

 

Und es gibt sogar gratis noch einen Elektro-Pickup dazu.

Natürlich, 99% der Menschen werden sich keinen Cybertruck kaufen.

Und das ist gut so.

Denn diese Geschichte, die es hier zu kaufen gibt, die funktioniert nicht, wenn es alle oder viele tun. Der Cybertruck funktioniert am besten, wenn die meisten ihn eben nicht kaufen.

#2

Ziehe eine Linie im Sand

Hier ist, was die Leute bei Tesla sagen:

„Hier ist die Linie.“

„Wir sind hier, auf dieser Seite der Linie. Du kannst Dir aussuchen, wo Du stehen willst. 

Auf unserer Seite oder auf der anderen.

Beides ist ok.

Es ist uns völlig egal, wenn Du Dich auf die andere Seite stellst. 

Aber falls Du zu uns kommen magst, dann Herzlich Willkommen.“

 

Diese Haltung ist stark. Selbstbewusst. Gibt Sicherheit. Und ist großzügig.

Für viele ist das attraktiv. Das zeigen die enorm vielen Social Media Posts, die sagen: „Hässlich, aber ich finde trotzdem gut, was die machen.“

Menschen zollen Respekt für so eine klare Haltung“

„Wir machen das jetzt so. Nein, wir haben keine Umfragen gemacht. Und keine Marktforschungs-Panels. Es ist uns egal, was die meisten wollen.

Alle, die das blöd finden, sollen das halten, wie sie wollen. Wir machen das nicht für sie.

Unser Auto ist nicht hässlich, es gefällt nur vielen nicht. Und das ist OK, denn es ist nicht für sie gemacht.““

Frank Sinatra hat es auf den Punkt gebracht:

„I did it my way“ 

#3

Verkaufe, bevor Du baust

Man kann den Cybertruck nicht kaufen. 

Frühestens in 2 Jahren kann man ihn kaufen. Vielleicht. Vermutlich später.

Aber was man heute schon kaufen kann ist die Story: „Ich habe mir einen Cybertruck reserviert.“ 

Für lächerliche 100 Dollar. 

Und 200.000 Menschen haben das gemacht.

Natürlich, nicht alle davon werden auch den Cybertruck kaufen. Aber einige davon.

Denn sie starten heute schon eine Story. Sie erzählen sie rum.

Sie gehen damit bereits eine kleine Verpflichtung ein.

Und natürlich zeigt Elon Musk damit Mitarbeitern, Lieferanten, Partnern und Investoren:

„Ich kann diese Kiste verkaufen. Egal, was ihr selbst darüber denkt – es gibt da draußen Menschen, die wollen den Cybertruck. Während die anderen Autobauer Tausende von Stellen abbauen, verkaufe ich Autos Jahre im Voraus über Twitter.“

Das gibt Sicherheit, Zuversicht und hat damit gute Chancen auf eine selbst erfüllende Prophezeiung.

Natürlich hätte auch das Gegenteil passieren können. Gerade mal 2.000 oder 3.000 Leute hätten das Auto bestellt. Aber auch das wäre eine gute Nachricht gewesen:

„Lass uns kein weiteres Geld an dieser Idee verschwenden. Keiner will sie.“

Das ist schlau.

Schnell testen. Ohne Umfragen. Ohne Panels.

Sondern die wirklich wichtige Frage stellen:

„Wer zeigt uns mit 100 Dollar, dass er das Ding wirklich will und ist deshalb bereit, sofort Geld auf den Tisch zu legen?“

Und erst dann, wenn Du weißt, dass Dein Projekt vermutlich erfolgreich sein wird – erst dann baust Du es.

Das waren sie, die 3 Cybertruck-Lektionen.

Man muss das Auto nicht mögen. 

Auch Tesla nicht. Oder Elon.

Aber als Unternehmer, der versteht, dass das wirklich Schwierige nicht ist, mechanische Teile in einer Fabrik zusammen zu stecken … sondern das Interesse, die Herzen, die Emotionen und das Vertrauen von Kunden zu gewinnen kann ich Respekt zollen.

Chapeau, Mr. Musk!

Happy Selling!

 

P.S: Dieser Artikel ist Teil unserer Collection: „Hör auf, Dein Zeug zu verkaufen!“. In dieser Collection sammeln wir Artikel, Podcasts und Videos, wie aus langweiligen B2B-Produkten emotionale Lösungen werden, die genau die richtigen Kunden anziehen. Hier geht es zur Collection.

Hallo,

ich bin Alex Rammlmair. Ich bin Geschäftsführer von Umsatzsprung und lebe mit meiner Familie in Wien. Mein halbes Leben lang beschäftige ich mich schon mit IT-Verkauf und Marketing – und ich liebe es.
Sie sind vielleicht hier, weil Sie darauf brennen mehr über Marketing und Verkauf zu erfahren.
Das gibt ein perfektes Match. 🙂
Ich hoffe Sie finden hier Ihre Antworten – und erzählen mir dann davon.