500€ für einen Spielplatzbesuch? - Umsatzsprung

500 Euro für einen Spielplatz-Besuch?

500 Euro für einen Spielplatz-Besuch?

500€ für einen Spielplatzbesuch? - Umsatzsprung

500 Euro für einen Spielplatz-Besuch?

Mein Sohn war damals 2 Jahre alt. Wir haben den Nachmittag oft damit verbracht, dass wir mit Schaufel und Eimer bewaffnet zum Spielplatz sind, um dort Schaukel und Sandkiste unsicher zu machen.

Tatsächlich hat man als Vater in dem Alter nicht viel zu tun: zuschauen, signalisieren, dass man da ist und hier und da Sand aus dem Mund spülen, verdreckte Fläschchen reinigen oder Konflikte über Benutzungsrechte von Plastik-Sternen diplomatisch regeln.

Natürlich, man kann nebenbei lesen, kurze Emails beantworten oder seinen Gedanken nachhängen.
Aber irgendwie fühlt es sich nicht so richtig produktiv an.
Daher habe ich mich am Ende so eines 3-Stunden-Ausflugs einmal dabei ertappt zu denken:

„Das war jetzt schön teuer. Wenn ich in der Zeit gearbeitet hätte, hätte ich von dem Geld eine Babysitterin für eine ganze Woche bezahlen können.“

Ökonomisch ist an der Logik nichts auszusetzen, aber damit wurde mir bewusst, dass das Modell „Arbeitszeit verkaufen“ mich zwangsläufig immer dazu drängt, wichtigen Dingen im Leben, ein Preisschild umzuhängen.

Das Paradoxe dabei: Viele Menschen glauben, wenn sie erst mal viel verdienen, dann können sie sich Zeit-Luxus leisten. Die Wahrheit ist: je mehr man verdient, desto ‚teurer‘ wird das Gespräch mit einem Freund, das Telefonat mit der Mutter, der Plausch mit der Nachbarin oder eben der Spielplatzbesuch mit dem Kind.

Der Stress nimmt nicht ab, wenn man die Stunde um 150 Euro statt um 80 verkaufen kann – sondern zu.

Der GameChanger ist, von dem Denken ‚Zeit gegen Geld‘ ganz wegzukommen.

Meine eigene Erfahrung und die vieler Klienten, die ich auf dem Weg begleite: Das klingt viel einfacher, als es ist.

Denn es reicht nicht, Kunden-Angebote anders zu schreiben.
Solange das Zeit-gegen-Geld-Denken in den Beziehungen zu den eigenen Mitarbeitern, Lieferanten, Freelancern und der eigenen ‚Spielplatz-Kalkulation‘ weiterlebt, verstrickt man sich ständig in Widersprüche.
Wenn schon, dann muss man das Konzept komplett durchziehen.

Das heißt: Ein großer Teil des Hirns muss neu verdrahtet werden, es benötigt viele Veränderungen im täglichen Denken und Handeln. Man braucht Zeit, um sich daran zu gewöhnen, denn vieles kommt einem anfangs ungewohnt, seltsam und vielleicht sogar ungerecht vor.

Ich kann daher gut nachvollziehen, dass dieser Weg vielen zu mühsam ist – und ohne Begleitung und Mitstreiter ist es gleich dreimal so schwer.

Dafür winkt ein Leben mit viel weniger Hamsterrad. Muss jede/r selbst wissen, ob es das wert ist.

Happy Selling!

PS: Wenn du aus den Informationen in diesem Beitrag versucht hast, den Stundensatz des Herrn Rammlmair zu berechnen, bist du ganz tief drin in der ‚Zeit-gegen-Geld‘-Denke.

PPS: Welche Alternativen es für IT-Dienstleister zu Zeit-gegen-Geld-Modellen gibt – und wie man diese Schritt für Schritt umsetzt – zeige ich in meinem Buch „Das Ende der Tagessätze“. Vielleicht wollen Sie ja mal einen Blick drauf werfen.